Sprache

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AK Flucht und Sprache

Fluchtbewegungen führen zu einer höheren Sprachenvielfalt innerhalb von Staaten. Gleichzeitig ist es für die Mehrzahl der Staaten Europas charakteristisch, dass sie sich durch eine einsprachige Organisation der Öffentlichkeit und der politischen Institutionen auszeichnen. Da soziale und politische Teilhabe eng mit Sprache verknüpft ist, stellen sich vor dem Hintergrund der einsprachigen politischen und öffentlichen Ordnung Fragen zu Ein- und Ausschlüssen von neu ankommenden Individuen, die eine andere Sprache sprechen, und zu Macht- und Ungleichheitsphänomenen, die durch die Sprachsituation in einem Staat gebildet und fortgeführt werden.

Der AK Sprache und Flucht wird sich mit unterschiedlichen Phänomenen beschäftigen, die sich im Nexus von Sprache, Sprachenvielfalt und Flucht verorten lassen. So wird zum Beispiel mit Blick auf den gegenwärtig institutionalisierten Asylprozess in Deutschland und Österreich deutlich, dass die verschiedenen Stellen der Asylantragsstellung widerspiegeln, wie der Staat mit sprachlicher Vielfalt umgeht. Die Organisation der Verständigung mit Geflüchteten und ihre Chancen auf einen Platz im Schulsystem oder Arbeitsmarkt sind eng mit Sprachanforderungen und -kenntnissen verknüpft. Aber auch die Analyse alltäglicher sprachlicher Vielfalt im Leben von Geflüchteten ist von höchster Relevanz um den Nexus von Sprache und Flucht besser zu verstehen. Hier geht es zum einen um die Sprachsituation in Bildungs- und Arbeitsmarktinstitutionen und zum anderen um die Anforderung und Ausgestaltung des Lernens der Sprache(n) der Aufnahmegesellschaft. Der AK Sprache und Flucht wird sich mit diesen Themen aus diversen disziplinären sowie theoretischen Perspektiven beschäftigen. Wir begegnen dem Nexus Flucht und Sprache sowohl aus theoretischer als auch empirischer Perspektive, um der Komplexität gerecht zu werden, die die Beziehungen zwischen Sprache, individuellen sozialen und politischen Teilhabechancen und gesellschaftlichen Strukturen kennzeichnet. Vertreter_innen folgender Disziplinen sind an dem AK beteiligt: Soziologie, Linguistik/Sprachdidaktik, Erziehungswissenschaften und Politikwissenschaften.

Die Mitglieder des AKs werden mehrmals im Jahr zusammenkommen, um sich in Form von informellen Workshops zu theoretischen Konzepten und spezifischen Fragestellungen auszutauschen.