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AK Medien

Wirklichkeiten, Alltagswissen, Bedeutungen und Vorstellungen über Flucht und Migration werden überwiegend medial transportiert, distribuiert und vermittelt. Zur Beschreibung dieses Vermittlungsprozesses eignet sich der Begriff der „massenmedialen Repräsentation“, weil er zugleich die virtuelle und die materielle Wirkungsweise von Medien umfasst. So sind Repräsentationen ganz allgemein als Organisationsformen des Wissens, Muster der sinnhaften Verarbeitung von Lebensverhältnissen und kollektiven Erfahrungen zu verstehen, die es Menschen ermöglichen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Repräsentationen schieben sich quasi zwischen die Menschen und die materielle und soziale Wirklichkeit. Dabei verstellen sie nicht den Blick der Zeitgenossen auf die Welt, sie machen ihn erst möglich und (re)produzieren, affirmieren und transformieren den medialen Sinn in ihrer eigenen subjektiven Wirklichkeit. Die Konstruktion von Wirklichkeiten durch Medien in sämtlichen gesellschaftlichen Teilbereichen ist demnach nicht ohne die individuellen und kollektiven medialen Wirk- und Nutzungsmechanismen denkbar. Die Erforschung der Verschränkungen von Medien und Fluchtmigration lenken die Perspektive nicht nur auf die Institutionen, sondern ebenso auf die Inhalte und Akteure gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse und damit auch auf die machtvollen Verhältnisse zwischen Bezeichnenden und Bezeichneten. So versprechen Medienanalysen beispielsweise Erkenntnisse darüber, wie sich die politische Kommunikation auf einem deregulierten Massenmarkt verändert, wie sich journalistische Praktiken entsprechend entwickeln und wie sich damit öffentliche Selbst- und Fremdbilder wandeln.

Das Gros der bisherigen medienwissenschaftlichen, historischen sowie sozial- und kulturwissenschaftlichen Medienanalysen im weiten Feld der Migrationsforschung fokussierte sich vornehmlich auf mediale Diskurse über als „Gastarbeiter“ oder später „Muslime“ oder „Türken“ repräsentierte Gruppen. Die Ergebnisse zeigen, dass die mit Migration in Verbindung gebrachten Probleme meist als Erschütterungen der vorgefundenen Ordnung dramatisiert und somit jene Subalternen als Bedrohung dargestellt werden.

Ziel: Der AK Medien will transdisziplinäre Perspektiven auf den spezifischen Konnex zwischen dem Phänomen FluchtMigration und (massen)medialer Repräsentation zusammenführen und eine Plattform bieten, um Medien in ihrer ganzen Heterogenität in historischen wie gegenwartsbezogenen Kontexten von Fluchtmigration zu diskutieren.

Als Arbeitsweise bieten sich regelmäßig stattfindende Workshops an, aus denen Kooperationen für Tagungen, Publikationen oder beispielsweise Projekte mit Medienschaffenden hervorgehen können.

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