Junge Geflüchtete

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AK Junge Geflüchtete

 

Der Arbeitskreis “Junge Geflüchtete” dient der Vernetzung und dem Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich in ihrer Forschung mit Fragen der Fluchterfahrungen und -bewältigung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der institutionellen und politischen Bearbeitung von Fluchtmigration und ihren Folgen mit Blick auf diese Zielgruppe befassen. Er versteht sich als Forum für die Diskussion sowohl aktueller jugend- und sozialpolitischer Entwicklungen als auch grundlagenwissenschaftlicher Fragestellungen.

Unbegleitete Geflüchtete stehen besonders im Fokus der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland. Hier stehen Fragen der Teilhabe, der Unterstützungsbedarfe, der institutionellen Strukturen und ihrer Bedeutung für die Integration und Inklusion junger Geflüchteter im Fokus. Darüber hinaus stellen die (durch nähere oder fernere Verwandte oder Bekannte) begleiteten jungen Geflüchteten eine durch Hilfeinstitutionen wenig beachtete Gruppe dar. Flüchtlinge im jungen Erwachsenenalter rücken aufgrund der Konsequenzen von Altersfeststellungsverfahren und gesetzlichen Volljährigkeitsregelungen, die zu unsicheren Aufenthaltsperspektiven und Veränderungen im Zugang zu Hilfeangeboten führen (können), in den Blick.

Vor diesem Hintergrund sind verschiedene disziplinäre Perspektiven auf das Aufwachsen junger Menschen mit Fluchterfahrung, die Mechanismen, Praktiken und diskursiven Rahmungen im Kontext der Aufnahmegesellschaft mit Blick auf Bildungs- und Arbeitsmarktteilhabe, sozialstaatliche Strukturen und Normen, die diese Zielgruppe betreffen, und somit ethische, rechtliche, pädagogische, politische, sozialwissenschaftliche, ökonomische u.v.m. Dimensionen relevant. Hier zeigen sich auch die Effekte der teils widersprüchlichen Rechtfertigungsordnungen und Machtformen des Fluchtregimes, dem die jungen Geflüchteten in Kontexten wie der Kinder- und Jugendhilfe, der Schule u.v.m. ausgesetzt sind. Von besonderem Interesse sind Fragen nach dem Zusammenspiel von subjektbezogenen Perspektiven und Lagen, institutionellen Strategien und Normierungen und politischen Logiken und Diskursen.

In unterschiedlichen Formaten (beispielsweise Beitragsreihen, Stellungnahmen, Veranstaltungen) sollen die oben genannten Fragen im Diskurs und im Austausch über Forschungsvorhaben und -befunde vorangetrieben und eine Anlaufstelle für Fragen und Anliegen zur Forschung mit und zu jungen Geflüchteten geschaffen werden.