Demokratie

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AK Demokratie und Flucht
Flüchtlinge im Spiegel politischer Theorien

Politische Exklusion und die daraus resultierenden Kämpfe um Inklusion sind seit langem aus verschiedenen Perspektiven Thema theoretischer Fragestellungen im Allgemeinen und demokratietheoretischer Fragestellungen im Besonderen geworden.

Daher macht es sich der AK zur Aufgabe, theoretische Konzepte zu identifizieren, die durch ihre Ausrichtung auf Inklusions- und Exklusionsfragen oder –Phänomene Ansatzpunkte für die Übertragung auf die Flüchtlingsthematik liefern. Auch wenn sich diese Beiträge aus der Politischen Theorie nicht unmittelbar mit der Flüchtlingsthematik auseinandersetzen, können die in ihnen entwickelten Argumentationen doch dazu beitragen, die mit Flucht und Exklusion verbundenen Problemlagen deutlicher zu artikulieren. Somit können auf der Grundlage der Beiträge aus der Politischen Theorie die Möglichkeiten eines argumentativen Austauschs über die Flüchtlingsthematik erweitert werden. Wir gehen also der Vermutung nach, dass sich etwa repräsentationstheoretische, demokratietheoretische aber auch hegemonietheoretische, postkoloniale oder kommunitaristische Konzepte gewinnbringend auf die Flüchtlingsthematik anwenden lassen.

Ziele und Stellenwert

Der Arbeitskreis verfolgt keine politische Agenda, sondern er verfolgt das Ziel, die Flüchtlingsthematik vor dem Hintergrund verschiedenster politischer Theorien zu beleuchten. So können neue Perspektiven auf die Flüchtlingsthematik eröffnet werden, welche über das empirische Fragen danach, was ist, insofern hinausgehen, als Theorie immer auch dazu beitragen kann, die Problemwahrnehmung zu verschieben, was wiederum auch Konsequenzen für die Problemlösung haben kann. Begreift man Flüchtlinge etwa als charakteristisches Merkmal einer zunehmend globalisierten Welt und als unhintergehbare Herausforderung für die Integrationsfähigkeit bestehender Gesellschaften, dann gelangt man schnell über die Wahrnehmung von Flüchtlingen als kurzfristiges Verwaltungsproblem hinaus. Es stellen sich sodann Fragen nach angemessenen Integrations- und Repräsentationsmechanismen, nach unserer Verantwortung gegenüber Fremden, sowie auch nach transkulturellen Kommunikationsverfahren. Und schließlich kann Theorie nicht nur thematisieren, was ist, sondern auch danach fragen, was sein sollte und neue Bilder sowie Narrationen für ein verändertes, globales und möglicherweise kosmopolitisches Selbstverständnis entwerfen. Daher erwarten wir einen essentiellen Beitrag der politischen Theorie(n) zur Flüchtlingsforschung.

Die Mitglieder des AKs werden hierfür mehrmals im Jahr zusammenkommen, um sich in Form von informellen Workshops zu einzelnen AutorInnen und spezifischen Fragestellungen auszutauschen. Im Rahmen des Arbeitskreises ist außerdem bereits die internationale Tagung „Political Theory on Refugees“ in Planung.