Bildung

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AK Flucht und Bildung

Der Arbeitskreis Flucht und Bildung dient der Vernetzung und dem Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich in ihrer Forschung mit Problemstellungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und Qualifizierung sowie der sozialen Unterstützung befassen. Zudem bietet der Arbeitskreis ein Forum für die Diskussion aktueller bildungspolitischer Fragen auf Länderebene und im Bund sowie im europäischen Kontext aus wissenschaftlicher Perspektive. In unterschiedlichen Formaten, worunter sowohl gemeinsame Beitragsreihen, Stellungnahmen und Veranstaltungen als auch die Vorstellung und Diskussion von Promotionsprojekten fallen können, soll der Bildungsdiskurs gestärkt und eine Anlaufstelle für Fragen und Anliegen mit einem erziehungs-, sozialarbeitswissenschaftlichen und berufspädagogischen Schwerpunkt geschaffen werden. Der Arbeitskreis wird sich mit unterschiedlichen Forschungsdesideraten befassen:

│Bildungs- und Erwerbsverläufe von Geflüchteten verlaufen potentiell transnational. Des-halb müssen vermehrte Anstrengungen erfolgen zur Ausarbeitung theoretischer Begründungs-linien, juristischer Lösungen, ausdifferenzierter bzw. flexibler Organisationsmodelle und lebenslagenorientierter Konzepte für Teilhabe an Bildung und Beschäftigung, in denen die vielfältigen Formen transnationaler Lebenspraxis vieler Flüchtlinge eine angemessene Berücksichtigung finden.

│ Um bedarfsgerechte und passgenaue Bildungsangebote vorhalten zu können, sind sozialraumorientierte Handlungskonzepte zu entwickeln, um Eingangsberatungen und Deutschkurse zu verbinden mit der Weitervermittlung in ausdifferenzierte Qualifizierungsbausteine so-wie in Praktikums- und Ausbildungsplätze. Außerdem müssen flankierende Maßnahmen bereitgehalten werden (Förderunterricht, sozialpädagogische Betreuung), um Zugang, Teilnahme und Erfolg solcher Qualifizierungen zu gewährleisten. Nicht immer gelingt es aber, Netz-werke formaler und non-formaler Bildungsangebote mit Beratungs-, Bildungs-, Betreuungs- und Qualifizierungsangeboten zu verzahnen.

│ Die Didaktik der sozialen und pädagogischen Flüchtlingsarbeit ist ein äußerst vernachläs-sigtes Forschungsfeld. Weder die Inhalte noch die Methoden der Beratungs-, Betreuungs-, Bildungs- und Qualifizierungspraxis sind ausreichend empirisch geprüft. Konzepte, Curricula und Materialien werden ganz überwiegend ohne eine überzeugende Rückbindung an die Unterrichtsforschung erstellt, eine systematische Kursforschung beginnt erst langsam Gestalt anzunehmen. Ohne eine intensive theoriegeleitete und datengestützte Reflexion der sozialen und pädagogischen Flüchtlingsarbeit wird eine qualitative Weiterentwicklung der Bildungs-angebote für Geflüchtete jedoch kaum gelingen.

│Erste Untersuchungen zum geschichtlichen Wandel der Schulpolitik zeigen, dass sich in verschiedenen Epochen sehr unterschiedliche Modelle im Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland und anderen europäischen Ländern rekonstruieren lassen. Gleichwohl kann von einer historischen Forschung zur Asylpädagogik nicht gesprochen werden. Ähnliche Geschichtsschreibungen zur Sozialen Arbeit oder zur Beruflichen Bildung könnten sicherlich weitere ‚lehrreiche‘ Einblicke in die politischen und gesellschaftlichen Prozesse der Flüchtlingsarbeit erbringen.

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